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Schlafen wie auf Wolken – mit Boxspring!

02 Mai 2019

Jochen Stockmann ist als Produktmanager bei Musterring unter anderem für die Matratzen und Boxspringbetten verantwortlich. Für das Magazin myself hat er ein Experteninterview zum Thema Boxspring gegeben, das wir hier in ganzer Länge präsentieren.

Was genau macht das Musterring Boxspringbett EVOLUTION-SELECT zum besten getesteten Boxspringbett aller Zeiten?

Die Stiftung Warentest hat EVOLUTION-SELECT in Test 09/2014 zum Testsieger erklärt und bis heute kein Boxspringbett besser bewertet. Bereits in Test 04/2013 wurde die Auflagematratze ORTHOMATIC TT2 Testsieger. Dem Bett wurden in Verbindung mit dem Unterbau gute bis sehr gute Liegeeigenschaften und eine gute Handhabung attestiert.

Einige Betten kosten so viel wie ein Kleinwagen. Bei Musterring ist das Super-Bett schon für 2000 Euro zu haben. Wie begründen sich die enormen Preise Ihrer Meinung nach?

Für ein Boxspringbett „made in Germany“ ist ein Preis von ca. 2.500,00 € heute ein solider Mittelwert. Die Preisspanne der angebotenen Betten reicht von 500,00 € bis 20.000,00 €. Die Preiseinstiegsmodelle sind natürlich in qualitativer Hinsicht kaum mit Betten für 20.000,00 € und mehr vergleichbar – Letztere werden schließlich in Losgröße eins in Handarbeit gefertigt, unter Einsatz der feinsten Materialien, die der Markt hergibt. Im Durchschnitt gibt der Verbraucher 3.800,00 € für ein Boxspringbett aus.

 

Worin besteht genau der Unterschied zwischen einem Boxspringbett und einem herkömmlichen Lattenrost mit Taschenfederkernmatratze?

Das besondere an einem Boxspringbett ist der einzigartige Liegekomfort. Der wird durch zwei aufeinanderliegende Federkernmatratzen und dem aufliegenden Topper erreicht. Die andere Variante ist die herkömmliche Kombination aus Federholzrahmen und Matratze. Für beide Varianten gibt es Fans. Man sollte sich wohlfühlen, denn letztendlich verbringen wir ein Drittel unseres Lebens im Bett.

Kritiker bemängeln am System Boxspringbett, dass es schlecht durchlüftet sei und mit der Zeit ein Hängematten-Gefühl eintrete. Ist da etwas dran?

Die Be- und Entlüftung der Matratze hängt davon ob, inwieweit der Matratzenbezug den Austausch zulässt. Bei einer drellbezogenen Matratze funktioniert die Feuchteregulierung deutlich besser, weil der Bezug offenporig ist und somit eine optimale Belüftung ermöglicht. Bei Matratzen, die mit schwerem Stoff bezogen sind, kann die Feuchtigkeit dagegen bei Weitem nicht so gut reguliert werden. Zur starken Kuhlenbildung kann es nur dann kommen, wenn die Härtegrade der Unter- und Obermatratze nicht optimal auf die jeweilige Person abgestimmt sind. Die Obermatratzen werden inzwischen in drei, manchmal sogar in vier Härtegraden angeboten.

Worauf ist beim Matratzenkauf zu achten?

Grundsätzlich sollte man beim Kauf eines neuen Boxspringbettes nicht sparen. Neben der Formensprache und der Stoffauswahl interessiert vor allem die Frage, ob eine motorische Kopf- und Fußteilverstellung benötigt wird. Falls ja, sollte darauf geachtet werden, dass sich die Obermatratze bei der motorischen Verstellung nicht verschiebt. Hierfür gibt es entsprechende Matratzenhalterungen.

Entscheidend ist auch die Wahl der richtigen Matratzenhärte: Liegen Sie gerne weich oder lieber etwas fester? Am besten lässt sich der richtige Härtegrad durch Probeliegen ermitteln. Für Paare stellt sich noch die Frage, ob zwei einzelne Matratzen besser sind oder doch eher eine „Partnermatratze“. Hier besteht die Möglichkeit, zwei Matratzenkerne mit dem jeweiligen Härtegrad mit einem Drellbezug zu vereinen. Somit fällt die lästige Besucherritze weg.

Gibt es eine Richtlinie, welches Matratzen-Material für welche Körperstatur und/oder bevorzugte Schlafposition geeignet ist?

Verbindliche Richtlinien gibt es nicht wirklich. Die Stiftung Warentest legt ihren Tests die HEIA-Typologie zugrunde. Hierbei wird zwischen vier Körpertypen unterschieden – unter Berücksichtigung von Körperbau, Größe und Gewicht. Musterring bietet für die meisten Matratzen drei unterschiedliche Härtegrade an. Härtegrad 2 bis 80Kg, Härtegrad 3 ab 80 Kg und Härtegrad 4 ab 120 kg. Schlussendlich ist aber immer ein Probeliegen ratsam, um zu testen, welcher Härtegrad wirklich passt.

Kann ich mit einem Topper eine alte Matratze optimieren?

Mit einem Topper lässt sich der Schlafkomfort durchaus verbessern. Zum Beispiel dann, wenn eine noch relativ neuwertige Matratze sich mit der Zeit als zu hart oder zu fest erweist. Hier kann ein Topper Abhilfe schaffen. Wenn die Matratze allerdings schon in die Jahre gekommen ist, sollte man besser über eine neue nachdenken, als einfach einen Topper draufzulegen.

Was ist bei der Zusammenstellung von Matratze und Lattenrost zu beachten? Kann ich eine neue Matratze auch einfach auf meinen alten Lattenrost legen?

Eine neue Matratze allein bringt nicht viel, wenn der Federholzrahmen überfällig ist – wenn also die Leisten zu nachgiebig oder schon gebrochen sind, oder wenn die seitlichen Halterungen bereits porös sind. Das Zusammenspiel von Matratze und Federholzrahmen sollte perfekt aufeinander abgestimmt sein.

Herr Stockmann, vielen Dank!